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Die Grundform der heutigen Klarinette stammt unter anderem vom altägyptischen Arghul. Dieses besteht aus zwei parallel nebeneinander angeordneten und fest verbundenen, ungleich langen zylindrischen Röhren aus Schilfrohr (in ägyptischen Gräbern wurden verschiedene arghulähnliche Instrumente aufgefunden, die aus einer Zeit um 1100 v. Chr. stammen).Jede der Röhren hatte ihr eigenes schnabelartiges Mundstück mit aufgebundenem oft in das Material eingeschnittenem Zungenblatt. Beide Mundstücke wurden zur gleichen Zeit in den Mund genommen und zum Klingen gebracht. Nur die kürzere der beiden Röhren enthielt bis zu sechs Tonlöchern.
Ähnlich dem Arghul existierte das nahe verwandte arabische Zummarah.Auch in Asien wurden
Rohrblattinstrumente gespielt, genannt Chalamus, mit ebenfalls zwei nebenherlaufenden Röhren.Diese Instrumente, die schon damals eine wichtige Rolle spielten, gelangten im Zuge der Völker-wanderungen über
Sardinien und Spanien nach Griechenland und in das Römische Reich. Bei denGriechen, Römern und Etruskern waren die Doppelpfeiffen sehr gebräuchliche Instrumente, die bei den Römern Tibia und bei den Griechen Aulos hießen. Auch hier wurden beide Pfeiffen gleichzeitig angeblasen, wobei nur eine der beiden Röhren Tonlöcher besaß. Vielleicht erklang die andere als Bordun, also als mit beiliegendem Baßton. Genaueres entzieht sich leider unserer Kenntnis.In allen Fällen wurde jedoch nur eine der beiden Röhren mit den Händen gespielt. In Griechenland besaß die eine Röhre anfangs nur drei Tonlöcher, wurden aber ab dem 5. Jh v. Chr. bis auf sechs erweitert.Rohrblattinstrumente waren bei den Germanen und Kelten kaum bekannt, sie spielten vorwiegend auf Kernspaltflöten aus Holz, Stein oder Knochen.
In Europa wurde erst wieder im Mittelalter (um 12. Jh. n. Chr.) auf Einzel- und
Doppelrohrblattinstrumente zurückgegriffen. Besonders Völker des islamischen Kulturgebietes begeisterten sich für zylindrische und konische Rohrblattinstrumente. Diese Instrumente sind wahrscheinlich über Sizilien
gekommen. Sie wurden damals Schalmei genannt. Dabei hatte die zylindrische Einzelrohrblattschalmei weniger Einfluß, als die mit Doppelrohrblatt. Sie wurde vorwiegend in Rückzugsgebieten, fernab von schneller Entwicklung, wie dem Balkangebiet, Wales, der ursprünglichen Bevölkerung Rußlands sowie in
Finnland geblasen
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